🧡𝗢𝘀𝘁𝗲𝗿𝗻 𝘄𝗶𝗿𝗱 𝗷𝗲𝗱𝗲𝘀 𝗝𝗮𝗵𝗿 𝗯𝗲𝗵𝗮𝗻𝗱𝗲𝗹𝘁 𝘄𝗶𝗲 𝗲𝗶𝗻 𝘃𝗲𝗿𝗹ä𝗻𝗴𝗲𝗿𝘁𝗲𝘀 𝗪𝗼𝗰𝗵𝗲𝗻𝗲𝗻𝗱𝗲 𝗺𝗶𝘁 𝗭𝘂𝗰𝗸𝗲𝗿𝘀𝗰𝗵𝗼𝗰𝗸. Dabei liegt zwischen Hefezopf, pastellgefärbten Eiern und Schokohasen eine Geschichte, die für mich ein Sinnbild angewandter Psychologie ist, die bereits vor über 2000 Jahren bekannt war. Da ist diese uralte, wuchtige Erzählung: Verrat. Kreuzigung. Stille. Auferstehung. Erst der Schmerz, dann die Leere, dann das Neue.
🧡Der 𝗩𝗲𝗿𝗿𝗮𝘁 beginnt nicht immer außen, er beginnt oft ziemlich zuverlässig in uns selbst. Das Ego klammert sich mit einer erstaunlichen Hartnäckigkeit an das, was uns klein hält, nennt es dann Sicherheit, nur weil es vertraut ist. Doch vertraut ist nicht immer gut oder gesund.
Die fremden Muster, die wir tragen, die Rollen, die wir im sozialen Gefüge einnehmen und die wir hingebungsvoll pflegen, sind oft eine Mogelpackung mit rosa Schleifchen.
Erstaunlich, mit welcher Hingabe wir uns manchmal selbst verraten, solange wir dafür ein bisschen Anerkennung, Liebe, Karriere, Materielles, die Illusion von Kontrolle oder das Gefühl bekommen, irgendwie dazuzugehören.
🧡Dann kommt die 𝗞𝗿𝗲𝘂𝘇𝗶𝗴𝘂𝗻𝗴. Der Moment, in dem in uns etwas sterben muss. Nicht physisch, sondern das, was das Ego innerlich bewusst inszeniert und uns in alten Landkarten, die andere für uns geschrieben haben, gefangen hält: Die Illusion eines Selbstbildes wie man zu sein hat, damit man für andere bequem ist. Eine Abhängigkeit von Zustimmung aus Furcht vor dem Alleinsein. Eine Liebe, die längst nur noch Gewohnheit mit sentimentalem Filter ist. Ein Stolz, der bei genauerem Hinsehen nichts weiter war als Angst in feiner Garderobe. Manches in uns muss nicht sterben, weil das Leben grausam ist, sondern weil es endlich aufhören muss, uns zu beherrschen.
🧡Nach dem inneren Tod folgt die 𝗦𝘁𝗶𝗹𝗹𝗲. Dieser Zustand, den wir so gern vermeiden, und sie fühlt sich selten heilig an. Doch genau dort passiert das Eigentliche. Im Aushalten des Loslassens was längst nicht mehr trägt. Im Nicht-Weglaufen vor dem, was Angst macht, weil es unbekannt und unvertraut ist. In der Stille entscheidet sich, ob man wirklich bereit ist, etwas sterben zu lassen oder ob man das Ego nur heimlich in einem anderen Kostüm wiederbelebt. Die Stille ist kein Nichts. Sie ist der Raum, in dem die Seele wieder zu Atem kommt, während das Ego beleidigt in der Ecke sitzt und seine große Zeit vermisst.
🧡Die 𝗔𝘂𝗳𝗲𝗿𝘀𝘁𝗲𝗵𝘂𝗻𝗴 braucht den Tod und Stille davor und sie ist kein hübsches Comeback in aufpolierter, optimierter Verpackung in Glitzerfolie mit Vorher-Nachher-Foto. Das wäre keine Erlösung, das wäre ein Rückfall in alten Unsinn mit neuem Etikett. Auferstehung ist die Entscheidung, nicht mehr in die alte Version seiner selbst zurückzukehren. Es ist dieser ruhige, unspektakuläre Moment, in dem man sich für die eigene innere Wahrheit, statt alte Gewohnheit und fremde Erwartungen entscheidet. In dem man aufhört, sich über das zu definieren, was einen einmal geschützt, aber längst nicht mehr getragen hat.
🧡Vielleicht ist das die eigentliche Osterbotschaft, und sie ist zugleich radikal und zart in ihrer Paradoxie:
Dass ein Ende nicht immer Vernichtung bedeutet.
Dass Stille nie leer ist, sondern voller Werden.
Dass Verlust nicht immer etwas nimmt, sondern manchmal befreit.
Dass etwas gehen muss, damit etwas Neues überhaupt Platz bekommt.
Und dass Lebendigkeit fast nie dort beginnt, wo alles bequem, vorhersehbar, kontrolliert, geplant, angepasst und sicher ist, sondern dort, wo etwas Altes in uns den Mut hatte zu sterben.
🧡Manchmal führt einen das Leben durch Verrat, Schmerz und Stille, nicht um einen zu brechen, sondern um einen dorthin zurückzubringen, wo man längst hingehört: Weiter weg vom Ego und näher zu sich selbst.
In diesem Sinne: Habt es fein und frohe Ostern🥚Ihr Lieben…🫶
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