📌📖 Wir, die Lebenden Teil 1/2
„Denn dieses sagen wir euch im Wort des Herrn, dass wir, die Lebenden, die übrig bleiben bis zur Ankunft des Herrn, den Entschlafenen keineswegs zuvorkommen werden ...“
(1. Thes 4,15)
Die ersten Christen hatten die lebendige Erwartung, dass sie die Entrückung erleben werden. Sie grüßten sich mit „Maranatha“ (der Herr kommt) – und damit haben sie sich gegenseitig Mut gemacht (s. 1. Kor 16,22).
Die Thessalonicher lebten in genau dieser Erwartungshaltung. Auch Paulus hat mit dieser Hoffnung gelebt. Deshalb schreibt er nicht:
„Beim Kommen des Herrn werden die Toten auferweckt und die Lebendigen werden verwandelt werden“ – obwohl das völlig richtig gewesen wäre.
Stattdessen sagt er: „Wir, die Lebenden, die übrig bleiben bis zur Ankunft des Herrn … werden wir, die Lebenden, die übrig bleiben, … entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen“ (1. Thes 4,15.17).
Circa sieben Jahre später schreibt Paulus den Philipperbrief – aus dem Gefängnis. Dort macht er deutlich, dass unser Bürgertum im Himmel ist. Dann fügt er sofort hinzu: „… von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Heiland erwarten“ (Phil 3,20).
Wieder spricht er in der Wir-Form – und das, obwohl er der Möglichkeit ins Auge sieht, dass er im Gefängnis den Märtyrertod sterben könnte (s. Phil 1,20.21). Paulus wartete nicht auf die Verwesung seines Körpers, sondern auf die Verwandlung seines Körpers!
Je mehr wir uns mit der Schrift befassen, desto mehr werden wir sehen, wie diese Erwartung der Wiederkunft des Herrn mit den Gedanken und Gefühlen des Christen identifiziert wird.
(J. N. Darby)
Es gab einmal eine Christin, die immer darauf bestanden hat, dass der Herr noch während ihres Lebens wiederkommen würde. Davon war sie fest überzeugt.
Die Schwester wurde immer älter, bis sie schließlich irgendwann auf dem Sterbebett lag. Ein Bruder besuchte sie und sagte zu ihr:
„Liebe Schwester, jetzt musst du doch annehmen, dass du zum Herrn gehen wirst.“
Was war ihre Antwort?
„Bruder, Er kann noch kommen!“
Kurze Zeit später war sie bei Jesus im Paradies. Ist ihr Hoffen vergeblich gewesen? Nein! Sie hat den Herrn durch ihr Vertrauen geehrt. Der erwartungsvolle Blick nach oben hielt ihr Herz bis zum letzten Atemzug nahe bei Ihm.
Einige von uns können auf die Zeit zurückblicken, als der Gedanke an das Kommen des Herrn Jesus Christus für uns sehr präsent war. Jeden Morgen und den ganzen Tag über war es der Gedanke, und jeder von uns dachte bei jeder neuen Arbeit daran, dass der Herr vielleicht schon hier sein könnte, bevor der Tag zu Ende ist.
(J. Green)
„Wir, die Lebenden“ ist die typisch christliche Haltung im Blick auf die Entrückung. Nicht: „Die, die dann irgendwann leben“, sondern: „Wir, die Lebenden.“ Wir sollen damit rechnen, dass wir die Generation sind, die das Kommen des Herrn tatsächlich erleben wird!
Das ist nicht einfach eine bloße Wunschvorstellung. Das soll unsere lebendige Erwartungshaltung sein. Diese Hoffnung soll unser Leben prägen. Das ist Gottes Wille!
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