Über Nacht erreichte mich eine sehr schöne E-Mail, die ich mit euch teilen werde. Guten Morgen aus Arizona. 🫡 ☀️ 🇺🇸
„Ich bin Krankenschwester in der Notaufnahme. Ich möchte euch bitten, mir heute einen Gefallen zu tun und nach dem „starken Menschen“ in eurem Leben zu sehen.
Jede Familie, jeder Freundeskreis hat einen „starken Menschen“.
Derjenige, der alles zusammenhält, wenn alles auseinanderfällt. Ich starre gerade auf die Wand in meinem Wohnzimmer und versuche, mein Gehirn nach 12 verrückten Stunden wieder in Gang zu bringen.
Ich möchte über etwas sprechen, das ich fast in jeder Schicht beobachte. Diesmal geht es nicht um die Patienten. Es geht um die Menschen, die sie begleiten.
Jede Familie hat einen „starken Menschen”. Ihr wisst genau, wen ich meine.
Wenn eine Situation eintritt und sich die Türen des Krankenwagens öffnen, ist der starke Mensch derjenige, der die Klemmbretter in der Hand hält. Er ist derjenige, der sich auf wundersame Weise an die gesamte Medikamentenliste des Patienten erinnert. Er nimmt die verzweifelten Anrufe von Tanten und Onkeln entgegen. Er streichelt seiner Mutter den Rücken, während er direkten Blickkontakt mit dem Arzt hält und alle logischen Fragen stellt.
Er wirkt völlig gefasst. Ehrlich gesagt, wie kugelsicher.
Aber hier ist das Geheimnis der Starken: Sie sind überhaupt nicht kugelsicher. Sie halten nur den Atem an.
Ich kann euch gar nicht sagen, wie oft ich schon in einen ruhigen Flur, das Familienbadezimmer oder die Ecke neben den Krankenhausautomaten gekommen bin und den Starken völlig am Boden zerstört vorgefunden habe.
Vor ein paar Tagen brachte eine Frau in den Dreißigern ihren Vater nach einem wirklich beängstigenden Herzvorfall ins Krankenhaus. Sechs Stunden lang war sie eine absolute Maschine. Sie beruhigte ihre Mutter, kümmerte sich um die Versicherung und machte sogar Witze mit ihrem Vater, um ihn bei Laune zu halten.
Später ging ich hinaus, um Nachschub zu holen, und fand sie auf dem Boden im Flur sitzend, den Kopf zwischen den Knien, so heftig schluchzend, dass sie am ganzen Körper zitterte. Als sie mich sah, wischte sie sich sofort das Gesicht ab und entschuldigte sich. Sie flüsterte: „Ich kann ihnen einfach nicht zeigen, dass ich Angst habe, sonst geraten sie in Panik.“
Sie trug die emotionale Last von drei verschiedenen Erwachsenen plus ihre eigene absolute Angst und dachte, sie müsse das heimlich tun.
Wir sind wirklich schlecht darin, nach fähigen Menschen zu sehen.
Wir gehen davon aus, dass diejenigen, die organisiert und ruhig sind, uns nicht brauchen. Wir stützen uns auf sie, bis ihre Knie nachgeben, und sind dann schockiert, wenn sie zusammenbrechen.
Also bitte, tut mir einen Gefallen. Denkt an den Menschen in eurem Leben, der alles in Ordnung bringt. Den Freund, der immer zuhört, aber nie Dampf ablässt. Das Geschwisterkind, das sich um alle Familiendramen kümmert. Die Eltern, die sich nie beschweren.
Schickt ihnen heute eine SMS. Bittet sie um nichts. Sagt ihnen einfach, dass ihr sie liebt, dass ihr sie seht, wie viel sie zu tragen haben, und fragt sie, wie es ihnen wirklich geht.
Gebt dem starken Menschen in eurem Leben die Erlaubnis, für fünf Minuten seine Rüstung abzulegen.
Okay, ich werde jetzt endlich duschen gehen. Seid weiterhin nett zueinander.“