Der Maisbeulenbrand, das schwarze Gold des Maises, in der Botanik als Ustilago maydis bekannt, ist für viele zunächst nur ein Krankheitsbild des Maises, mit seinen dunklen, geschwollenen, fast silbrig-schwarz schimmernden Beulen an den Kolben. In der Volksheilkunde jedoch, und besonders in den alten magischen Traditionen, galt er seit jeher als ein Zeichen der Wandlungskraft der Natur.
Denn hier verwandelt sich etwas Nährendes in etwas ganz anderes, und darin liegt seine Botschaft. Eine Veränderung kann auch immer eine Veredelung von etwas sein. In manchen Kulturen, wie bei den indigenen Völkern Mexikos, wird er als Delikatesse geschätzt (Huitlacoche). Nebenbei sei auch noch erwähnt dass er voller Mineralstoffe und wertvoller Eiweiße ist. In der Volksheilkunde wurde er wegen seiner stärkenden, immununterstützenden Wirkung genutzt, aber auch, um Prozesse des inneren Wandels zu unterstützen.
Betrachten wir den Maisbeulenbrand von Seiten der Magie so steht er für Transformation und Schattenarbeit. Denn er erinnert uns daran, dass aus der Dunkelheit heraus Kraft entstehen kann, und dass das, was auf den ersten Blick „krank“ oder „defekt“ wirkt, in Wahrheit ein Toröffner zu einer tieferen Weisheit sein kann. Er wird gerne in Ritualen verwendet, um Altes zu wandeln, Blockaden aufzulösen und die eigene Lebenskraft aus den Schatten zurückzuholen.
Seine Ver- und Anbindung zum Mais, einer Pflanze, die in vielen Kulturen als heiliges Nahrungsmittel verehrt wird, verstärkt dabei seine energetische Kraft. Er steht für das Erkennen des Wahren hinter dem Offensichtlichen, für das Geschenk, das im Ungeplanten liegt, und für den Mut, das Unvollkommene anzunehmen und in Stärke zu verwandeln.
Wer mit dem Maisbeulenbrand arbeitet, verbindet sich mit der Energie des Alchemisten in der Natur, mit jener Kraft, die das Gewöhnliche in etwas Seltenes und besonderes verwandelt. Er lehrt uns, dass auch in uns selbst diese verborgene Schätze liegen, die dann sichtbar werden, wenn wir bereit sind, die eigenen Schatten zu betrachten.
…und vielleicht erzähle ich euch noch ein anderes Mal, wie ich den Maisbeulenbrand in der Magie verwende, welche Rituale er begleitet, welche Wandlungsprozesse er unterstützt und was ich daraus alles herstelle. Denn manches Wissen will erst zur richtigen Zeit geteilt werden, und bis dahin darf er still im Schatten seiner eigenen Kraft ruhen.
©Maria Solva Roithinger
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