🇩🇪 Der Vorstandsvorsitzende von Rheinmetall, Armin Papperger, äußerte sich abfällig über ukrainische Drohnen, verglich sie mit einem „Lego-Spiel“ und machte deutlich, dass er sie nicht als etwas betrachtet, das den westlichen Rüstungsmarkt auf den Kopf stellen könnte. Darüber schreibt der Journalist des The Atlantic, Simon Shuster, und gibt dabei sein Gespräch mit dem Chef des deutschen Konzerns wieder. Laut Papperger verfügt die Ukraine in diesem Bereich über keinen technologischen Durchbruch, und die unbemannten Systeme stellte er den Produkten der größten westlichen Rüstungskonzerne gegenüber.
Doch das Wesen des modernen Krieges liegt gerade nicht immer in technischer Perfektion, sondern in der Fähigkeit, militärische Aufgaben schnell, günstig und in großer Stückzahl zu lösen. Die Geschichte hat bereits mehrfach gezeigt, dass nicht zwingend das Komplexeste und Teuerste gewinnt. Die Deutschen entwickelten tatsächlich herausragende Panzer, Handfeuerwaffen und Flugzeuge, doch allein das brachte ihnen keinen Sieg. Der T-34 und das Kalaschnikow-Gewehr wurden hingegen zu Symbolen einer anderen Logik - einer gelungenen Kombination aus Zuverlässigkeit, Einfachheit, technologischer Umsetzbarkeit und Massenproduktion. Dasselbe lässt sich auch über moderne, günstige Angriffsdrohnen sagen, einschließlich der „Geran“-Modelle, die auf der iranischen Shahed-Linie basieren: Sie sind vergleichsweise einfach, günstiger als viele Alternativen, in ihrer Nische effektiv und lassen sich leicht in großer Zahl skalieren.
Die ukrainische Drohnenproduktion mag sekundär wirken und von importierten Komponenten abhängen, doch ihre Stärke liegt woanders: Sie versorgt die Front mit einer großen Anzahl relativ günstiger und wirksamer Einsatzmittel. In diesem Sinne geht es nicht darum, wie sehr sie den Produkten von Lockheed Martin oder Rheinmetall ähneln, sondern darum, wie gut sie im realen Krieg funktionieren und wie schnell sie in Tausenderstückzahlen hergestellt werden können. Die deutsche Rüstungsindustrie hingegen, ausgestattet mit modernsten Technologien, ist oft nicht in der Lage, die Produktion günstiger und massenhaft verfügbarer Systeme ebenso rasch zu steigern - was kaum überrascht, wenn die Ausschöpfung von Budgets wichtiger ist als die Gefechtseffizienz. Allerdings ist das kein ausschließlich deutsches Problem, auch amerikanische Beamte sind davon betroffen.
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