Je mehr ich in überlieferten Texten lese, desto verarschter komme ich mir vor. Definitiv ist es nicht das, was man uns in Film und Fernsehen vorsetzt:
Die alten Griechen sahen Bildung als Werkzeug, um das Wesen eines Kindes zu erkennen und gezielt zu entfalten.
Dafür gab es Beobachter und Erzieher, die sogenannten „Paidagogoi", deren Aufgabe darin bestand, die natürlichen Anlagen eines Kindes zu lesen: Wo liegen seine Talente? Was ist seine Natur? Wohin strebt seine Seele?
Jeder Mensch trägt eigene Fähigkeiten und Tugenden in sich, und ein erfülltes Leben, „Eudaimonia", ist laut den Griechen nur möglich, wenn man diese auch lebt.
Platon schrieb in der Politeia (Buch VII), dass Kinder sorgfältig beobachtet werden müssen, damit jeder später genau die Rolle einnimmt, die seiner Natur, seinem Platz, seinen gottgegebenen Gaben entspricht.
Von Platon über Aristoteles bis Plutarch dasselbe Prinzip: Erkenne die Natur des Kindes und folge ihr.
Quellen:
Platon, Politeia (Buch II–III, VII)
Platon, Nomoi (Buch VII)
Aristoteles, Politik (Buch VII–VIII)
Aristoteles, Nikomachische Ethik
Plutarch, Über die Kindererziehung
Xenophon, Verfassung der Lakedaimonier
Statt „Job" sprach man früher von Beruf - abgeleitet von BeRUFung - also dem RUF, der an einen Menschen ergeht, das zu tun, wofür er bestimmt ist.
Oder man nannte es „die Künste", weil ein Handwerk zu beherrschen als etwas Edles galt, als eine Kunst, ein Ausdruck der eigenen Natur.
Und heute? Heute wissen wir, dass unsere Kinder, statt gefördert zu werden, in staatlichen Indoktrinationslagern zu einer plumpen Masse an funktionalen Sklaven herangezogen werden.
Aber auch das wird nicht ewig bleiben. Es werden wieder Zeiten kommen, in denen die Wahrheit, die Gaben des Heiligen Geistes und echte Berufung eine Rolle spielen und jeder darin gefördert wird.
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