Seen aus Tagebauen
Wie aus Verschandlung wieder Schönheit wird
Fast jedem heutzutage sind die unfassbar riesigen Überreste ehemaliger Tagebauen bekannt, die das sie umgebende Land wie Mondlandschaften aussehen ließen.
In fast jedem Teil von Deutschland, vor allem aber im Raum Thüringens, Sachsens sowie Sachsen-Anhalt und Brandenburg sind solche ehemaligen Gruben zu finden.
Viele Regionen blicken zurecht mit Stolz auf die jahrhundertelange Geschichte des Bergbaues in ihrer Ecke.
Umso wichtiger ist es nun, den Blick in Richtung zukünftiger Ereignisse zu richten. Es ist unbestreitbar, dass der Bergbau von Braunkohle und anderen fossilen Brennstoffen der Um und Tierwelt sehr starke Schäden zufügte.
Glücklicherweise begann man seit geraumer Zeit damit, solche ehemaligen Minen in künstliche Seen zu verwandeln.
Eines der prominenten Beispiele darunter ist der Cottbuser Ostsee. Gelegen bei Merzdorf im südlichen Teil unseres Bundeslandes stellt er ein geradezu ideales Beispiel dafür dar, wie solcherlei Narben im Land wieder heilen können.
Der ehemalige Tagebau Cottbus-Nord umfasst dabei eine Größe von zirka 19000 Hektar und wurde bis 2015 zum aktiven Bergbau genutzt.
Halten kann man von dieser Entscheidung freilich was man will, fest steht jedoch, dass die Flutung solcher ehemaligen Tagebauen ein deutlicher Schritt in Richtung eines ökologischen Bewusstseins ist.
Denn auch wenn die Schäden an den Ökosystemen in Südbrandenburg oder in der Lausitz sicherlich enorm sind, so hat die Natur doch immer wieder gezeigt, dass sie sich auch von zuvor als irreversible eingestuften Verschmutzungen erholen konnte.
Laut dem Umweltbundesamts stellt der Cottbuser See nur einen von zirka fünfhundert künstlichen Seen dar, die durch solcherlei regelrechte Verschandlungen erschaffen wurden.
Nur etwa einhundert davon verfügen dabei über eine Fläche von etwas mehr als einem halben Quadratkilometer, was wohl Deutschland nach EU-Richtlinien dazu verpflichtet, regelmäßig über ihren Zustand zu berichten.
Der Cottbuser Ostsee sticht hierbei einmal mehr besonders löblich hervor. Denn nicht nur sprachen Prognosen Ende 2024 von einem guten ph-Wert, was angesichts der oftmals in Kombination mit Zerstörung von Landschaften auftretenden Übersäuerung des Grundwassers erstaunlich ist, sondern das eingeleitete Spreewasser ist auch sehr eisenarm.
Jedoch sehen die Prognosen nicht für alle ehemaligen Tagebauseen so rosig aus. Wie „Geo“ am 19.12.2024 berichtete, geht massiver Bergbau meist auch mit einer Versauerung des Grubenwassers einher, was an den stark schwefelhaltigen Stoffen wie zum Beispiel Eisendisulfidmineralen Markasit und Pyrit, was unter anderem auch unter dem Namen „Katzengold“ im Volksmund bekannt ist, liegt.
Wird Pyrit in reiner Form gefunden, besteht dieser aus Eisen und Schwefel im Mengenverhältnis 1:2. Kommt dieses Mineral mit Sauerstoff in Kontakt, oxidiert es.
Zwar dauert das in der Regel, doch allerlei Mikroorganismen wie Archaeen und Bakterien beschleunigen diesen Prozess erheblich und setzten die dadurch entstandene Schwefelsäure frei.
Daher ist es auch so wichtig zu betonen, wie hervorragend der Ostsee bei bisherigen Prüfungen abgeschlossen hat.
Denn je neutraler das Wasser, desto vielfältiger die Pflanzenwelt, die sich dort ansammeln kann.
Anders als viele andere dieser künstlichen Seen, etwa in der Lausitz-Region bietet der Ostsee sowohl einen kleinen Tiefenbereich als auch einen ausgedehnten Flachwasserbereich auf, was auf die Art und Weise des Bergbaus dort zurückzuführen ist.
Man lagerte die Erde, die auf der begehrten Braunkohle lag, genau dort hin, wo man selbige bereits heraus gebuddelt hatte.
Was zu sogenannten „Innenkippen“ führte, die sich bei der Befüllung des Sees nur zirka zwei bis drei Meter unter dem Wasserspiegel lagen.
Zugleich ist der Ostsee an den ehemaligen Abbaukanten bis zu dreißig Meter tief.
Es ist davon auszugehen, dass diese Entscheidung in der Zukunft auch eine sogenannte „thermische Schichtung“ wenn nicht verhindern, dann ihre Auswirkung zumindest verringern kann.