Peters Traum
Es war drei Tage vor Weihnachten. Peter freute sich und war
ungeduldig. Er konnte es gar nicht mehr erwarten und zählte
schon die Stunden. Abends konnte er vor Freude nicht einschlafen; und morgens war sein erster Gedanke: Weihnachten!
Draußen schneite es. Dicke Flocken tanzten durch die Luft.
Peter saß in der warmen Stube. Der Ofen knisterte, und es duftete nach Tannengrün. Vor ihm auf dem Tisch stand eine Kerze, und
ein Engelchen spielte auf seiner Geige ein Lied. Peter war so
wohlig zumute. Schließlich schlief er in seiner weichen Sofa
decke ein. Da hatte er einen Traum:
Er träumte, er hätte Geburtstag. Er trug seinen besten Anzug,
war frisch gewaschen und gekämmt und erwartete seine kleinen
Gäste. Eine große Schokoladentorte stand auf dem Tisch, und
im ganzen Haus roch es so appetitlich nach Kakao. Peter stand
am Fenster und wartete. Da kamen seine Freunde auch schon
den Gartenweg herauf. Alle festlich gekleidet mit einem hübschen
Geschenk in der Hand. Peter freute sich. Er stürzte zur Tür und
war gespannt, was in all den schönen Paketen wohl drin sei.
Zuerst wurde Kaffee getrunken. Alle ließen sich den herrlichen
Kuchen gut schmecken. Dann kam der große Augenblick! Peter
fieberte vor Erwartung. Die Mutter sagte: »So, nun wollen wir uns
die Geschenke besehen.« Da lagen sie alle, die bunten Päckchen, hübsch eingewickelt in Seidenpapier und mit roten oder
grünen Bändchen verschnürt. Als aber der Peter »seine«
Geschenke auspacken wollte, wurde er beiseite geschoben. Da
beschenkte der Fritz den Klaus und der Uwe den Heiner! Einer
bekam eine schöne Laubsäge, der andere einen Stabil-Baukasten, der dritte eine Tafel Schokolade und der Jüngste einen
Teddybären. Peter stand daneben mit dicken Tränen in den
Augen. Dann sagten seine kleinen Gäste: »Jetzt haben wir ja
unsere Geschenke und können nach Hause gehen. Auf Wiedersehen, Peter! Und vielen Dank! Es war ein wunderschöner
Nachmittag!« Dann verschwanden sie alle. Da stand nun der
Peter. Er hatte sich so auf diesen Tag gefreut und nun war er so
enttäuscht! Er hatte gar nichts bekommen! Nur ein großer Berg
Einwickelpapier war zurückgeblieben und die vielen bunten
Bänder.
Gerade wollte er anfangen zu weinen, da wachte er auf. Ganz verstört blickte er um sich und rieb sich die Augen. »Aber Peter,
was machst du denn?« rief die Mutter. »Ich glaube, ich habe
geschlafen«, antwortete er ganz verwirrt. »Ich habe einen ganz
gräßlichen Traum gehabt.« Und er erzählte seine betrübliche
Geschichte.
Da nahm die Mutter ihren Jungen liebevoll in die Arme und
sagte: Siehst du, diesen Traum hat dir der liebe Gott deshalb
geschickt, damit du lernen sollst, warum wir eigentlich Weihnachten feiern. Die Menschen machen es nämlich genauso wie deine
kleinen Freunde im Traum. Sie beschenken sich nur gegenseitig
und machen großen Trubel, anstatt an Jesus zu denken und ihm
eine Freude zu machen. Du selbst machst es auch so! Nicht du
hast Weihnachten Geburtstag, sondern der liebe Heiland! Du
denkst aber nur an die Geschenke, die du bekommen wirst!«
»Was soll ich denn dem Herrn Jesus schenken?« fragte Peter ängstlich.
»Das müssen wir mal überlegen«, entgegnete die Mutter.
»Vielleicht hast du noch etwas Geld in deiner Sparbüchse, das du
ihm geben könntest.«
»Was soll er denn damit anfangen?!«
»Das können wir an die Mission schicken, damit die Missionare
nach Afrika fahren und den Heiden vom Heiland erzählen
können.«
»O ja, das tu ich!«
Und so kam es, daß Peter zu Weihnachten sein Geld zur Post
brachte mit der Aufschrift:
»An die………….. Mission
für J e s u s
zum Geburtstag!«
(Mission KEB nacherzählt)
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