Der Weltenbaum der eddischen Erzählung wird darin als Esche benannt. Manche erkennen aber den Weltenbaum als Eibe, andere sogar als Eiche, da der Mangel an Baumarten in Island eine Sinnentfremdung begünstigt haben könnte. Dagegen spricht jedoch, dass der Baum Lärad in den selben Geschichten als Eiche beschrieben wird. Denn auf dem Dach Yggdrasils, befindet sich ein weiterer Götterbaum, der Lärad. Er speist Heidrun die Ziege, und ihre Milch nährt die Seelen der Einherjar. Ebenso frisst ein Hirsch vom Lärad. Von dessen Hörnern tropfen dadurch Wasser in die Quelle Hwergelmir. Es ist ein schauriger Ort, das Heim aller Schlangen und Würmer. Doch daraus entspringen alle irdischen Flüsse. Sie ist neben Mimirsbrunnen des Wissens und der Quelle der Nornen eine von drei Quellen des Weltenbaumes. Oder auch der Irminsul, denn diese All-Säule der Deutsch-Germanen ist identisch mit dem nordischen Yggdrasil.
Bei uns ist die Seele unsterblich und kann nach dem irdischen Tod in unterschiedliche Welten/Hallen einkehren. Benannt werden zum Beispiel Gimil, Sindri in den Nidabergen, oder Brimir. Dort kehren Rechtschaffende ein. Sie werden von dort auch zurück auf die Erde kommen können - oft in den eigenen Nachkommen inkarnierend.
Während nach Nastrand - wo die Türen nach Norden stehen, und nicht nach Süden wie bei uns Nordmenschen - und nach Hwergelmir die Eidbrüchigen und Diener Nidhöggers [der Neiddrache, der an den Wurzeln nagt] gesendet werden. Wähle also weise welche dunkle Kreatur du vergötterst und nährst mit deiner Energie.
Die Seelen werden wie folgt aufgeteilt:
Im Selbstopfer Gestorbene werden zu zwei Teilen an Freya und an Wouden übergehen. Das meint Menschen, die in Hingabe sterben, wie z. B. Gebährende, Kämpfende. Die einen sind dann Einherjar, die anderen Disen [Walküren, Hamingja und ähnlich dienende Energien].
Ertrunkene gehen in die Bereiche der Rán. Das Wasser hat besondere Eigenschaften und zieht die Seele in einen eigenen Himmel.
Die Gemeinen, an Krankheit und Alter Verstorbenen, und ohne echten Eid, gehen nach Hel und dann ins Nebelmeer (Niflheim). Das edle weibliche Wesen Gefion nimmt die unvermählt Verstorbenen, also die Jungfräulichen zu sich. Das impliziert, dass im Alter alle verheiratet waren, und 2-geschlechtliche Heirat somit als Pflicht galt. Jene "Eidbrüchigen" müssen also verheiratet sein und somit als Vollwertige Person der Gesellschaft gelten, damit die Taten zählen. "Unschuldig" zu sein, als Wort für Jungfräuliche, kommt nicht von Ungefähr. Ab einem bestimmten Alter warst du entweder Verheiratet, Schwanenpriesterin oder sowas wie ein priesterlicher Krieger/Feldherr - solche sind freywillig mit dem Volk oder dem Höchsten in dienendem Bunde. Somit sind die genannten Hallen für Gerechte, Orte für Verheiratete, die den Eid nicht verrieten. Das meint auch den Eid zur Säule und zum Höchsten.
Warum landete dann Baldur in Hel? Diese Geschichte hat eine andere tiefere Bedeutung, die in der Edda nicht erzählt wird. Denn im originalen Glauben wurde der Lichtbringer in der einen Hälfte des Jahres gefangen und in die Unterwelt entführt. Und in der anderen Hälfte befreit, wo er erneut gestritten und gesiegt hat und neu vermählt wurde. Diese Zeiten waren für uns Erdenmenschen Feste zu Vollmonden zu Tag-& Nachtgleichen, Sonnenwenden, Maifest/Walpurgis. Der Sonnenglauben ist Ursprung des Kalenders - das schimmert in der Edda nicht mehr durch. Dort ist der Lichtstreiter seit dem Untergang der Sonneninsel durch Thor ersetzt worden in seiner streitenden Funktion. Während der einstige Lichtstreiter in die Unterwelt versetzt wurde, ewiglich gefangen - so wie die Sonnen-Hauptstadt des einstigen Staates im Wasser verborgen liegt.