„Mira und die Farben des Frühlings“ – eine kleine Ostergeschichte
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Es war einmal ein kleines Mädchen namens Mira, das den Winter sehr geliebt hatte, weil er eine Zeit der Stille war, in der alles langsamer wurde und die Welt sich wie in einen schützenden Mantel hüllte, in dem man einfach sein konnte.
Doch eines Morgens, noch bevor die Sonne ganz aufgegangen war, spürte Mira, dass sich etwas verändert hatte, als würde ein leises Flüstern durch die Luft ziehen, das sie rief, hinauszugehen.
Als sie barfuß vor die Tür trat, fühlte sie die kühle Erde unter ihren Füßen, und doch war da gleichzeitig etwas Neues, etwas Sanftes und Lebendiges, das sich seinen Weg bahnte.
„Was geschieht hier?“, flüsterte Mira leise, als sie bemerkte, dass kleine grüne Spitzen aus der Erde hervorlugten.
„Die Erde erwacht“, antwortete eine Stimme, die sich anfühlte, als würde sie aus der Tiefe kommen.
Mira suchte und entdeckte schließlich eine kleine Knospe, die sich behutsam aus der Erde schob.
„Ich war lange verborgen“, sagte sie ruhig, „doch ich wusste, dass meine Zeit kommen würde.“
Diese Worte legten sich wie ein warmer Klang in Miras Herz, und während sie weiterging, entdeckte sie im Gras ein Ei.
Ganz still und doch besonders.
Als sie es in ihre Hände nahm, spürte sie eine sanfte Wärme.
„So wie die Erde neues Leben trägt“, klang es leise in ihr, „so trägst auch du etwas in dir, das sich entfalten möchte.“
Mira setzte sich ins Gras und begann, die Welt mit anderen Augen zu sehen.
Sie erinnerte sich an die Worte ihrer Großmutter, dass der Frühling nicht nur draußen geschieht, sondern auch in uns.
Sie sammelte Blüten, Zweige und Beeren und begann achtsam, das Ei zu bemalen.
Gelb für die Sonne.
Grün für die Erde.
Rot für das Leben.
Während sie malte, spürte sie, dass auch in ihr etwas in Bewegung war.
Als sie fertig war, legte sie das Ei in ein kleines Nest aus Gras.
Da war sie wieder, die leise Stimme:
„So beginnt alles – mit einem Samen, einem Gefühl, einem kleinen Schritt.“
Mira schloss die Augen.
Und als sie sie wieder öffnete, wusste sie:
Dass der Frühling nicht nur um sie herum geschah,
sondern auch in ihr.
(Eine Geschichte von Veronika Mitena, bald in einem neuen Buch zu finden 💛)
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