Statt diese Fehlentwicklung zu korrigieren, schwarz-rote Regierung beschleunigt sie. Die SPD fordert seit Jahren das Ende des Ehegattensplittings – also ausgerechnet jenes Steuerinstrument, das es einer Familie überhaupt noch erlaubt, mit einem Verdiener und einem Elternteil zu Hause auszukommen. Klingbeil will Ehepaare künftig wie Singles besteuern, damit der letzte Vater hoch in die Vollzeit muss und das Kind ab Monat eins in die Krippe darf. Das nennt sich dann "Gleichstellung". In Wahrheit ist es eine staatlich organisierte Enteignung der Familie zugunsten klammer Haushaltskassen. Eine der größten verdeckten Steuererhöhungen der Nachkriegszeit – verkauft als Fortschritt.
Parallel wird Wohnen systematisch zum Luxusgut erklärt. Jahrzehntelang verfehlte Bauplanung, Energievorschriften, die den Quadratmeter um Tausende Euro verteuern, Grunderwerbsteuer, Notarkosten, Bauland-Mangel durch grünideologische Versiegelungsverbote – das Ergebnis ist eine Wohnungsnot, in der eine vierköpfige Familie schon im mittleren Einkommensbereich aus Hamburg, München oder Frankfurt verdrängt wird. Wer dort aufwächst, lernt früh: Ein Kind – vielleicht. Zwei – schwierig. Drei – Utopie. Also bleibt es beim einen. Oder bei keinem.
Hinzu kommt das, was offen kaum einer aussprechen mag: das Sicherheitsgefühl. Wer heute eine Tochter aufwachsen sieht, fragt sich nicht mehr nur, ob sie eine ordentliche Schule findet, sondern ob sie abends noch unbehelligt durch deutsche Innenstädte laufen kann. Wer die Kriminalstatistiken liest, wer beobachtet, wie schnell ganze Schulen kippen, sobald der Migrationsanteil bestimmte Schwellen überschreitet, wer die täglichen Schlagzeilen aus Mannheim, Solingen, Aschaffenburg oder Hamburg verfolgt, der überlegt zweimal, ob er hier ein Kind in die Welt setzt – oder eben besser keines.
## Ein politisches Misstrauensvotum
Das ist der Punkt, den keiner in Berlin zugeben will: Die niedrige Geburtenrate ist keine Naturkatastrophe und kein bedauerliches Phänomen "wie in vielen anderen Ländern auch". Sie ist ein knallhartes politisches Misstrauensvotum. Eine ganze Generation sagt diesem Staat ins Gesicht: "Nein, danke. Unter diesen Bedingungen pflanze ich mich nicht fort." Und sie hat allen Grund dazu. Solange Familien steuerlich ausgepresst, beim Wohnen verdrängt, kulturell verhöhnt, schulisch ideologisiert und in der Sicherheit alleingelassen werden, wird sich an dieser Zahl nichts ändern. Auch nicht durch das nächste Schaufensterprogramm.
Was bleibt, ist ein Land, das sich auf den eigenen Sterbeprozess eingerichtet hat. Eine Nation, die mehr Geld für Klimaberatung, Bürgergeld und Hunderttausende Asyl- und Sozialfälle ausgibt als für die eigene biologische Zukunft. Ein Staat, der Jahr für Jahr versucht, mit der Brechstange Zuwanderung das Loch zu füllen, das seine eigene Politik gerissen hat – und dabei das Vertrauen der eigenen Bevölkerung restlos verspielt. Bezeichnend, dass selbst diese Notstrategie 2025 erstmals nicht mehr aufgegangen ist: Die Nettozuwanderung ist um 40 Prozent eingebrochen, die Bevölkerung schrumpft trotzdem. Der demografische Rettungsring entpuppt sich als Feigenblatt.
## Was getan werden müsste
Wer dieses Land in zwanzig Jahren noch sehen will, muss aufhören, Familien zu bestrafen. Wohnen muss wieder bezahlbar werden – durch radikalen Bürokratieabbau, durch Streichung absurder Bauauflagen, durch echtes neues Bauland statt symbolischer Mietpreisbremsen. Steuern auf Arbeit müssen runter, das Ehegattensplitting muss bleiben oder zugunsten eines echten Familiensplittings ausgebaut werden, in dem jedes Kind steuerlich genauso zählt wie ein Erwachsener. Die Schulen müssen wieder zu Bildungsstätten werden statt zu ideologischen Umerziehungsanstalten. Die Sicherheit auf den Straßen muss wiederhergestellt werden – ohne Wenn und Aber. Und dieses Land muss anfangen, Kinder wieder als das zu behandeln, was sie tatsächlich sind: keine Belastung, kein CO₂-Faktor, kein Karrierehindernis, sondern die einzige Investition, die wirklich Zukunft schafft.