Was gestern noch undenkbar schien,
wird heute ohne Zögern hin
genommen, still und ohne Klang,
nur weil es heißt: „Es muss so lang.“
Maßnahmen kommen hart und schwer und kaum ein Widerspruch wird mehr, man fügt sich ein, man hält es aus und nennt es Pflicht für Land und Haus.
Dann Kriege fern – doch plötzlich nah, im Bildschirm flimmernd, Jahr für Jahr, man wählt die Seite, schnell und klar, ohne zu fragen, was davor war.
Die Preise steigen, Arbeit schwindet,
man sagt, dass sich schon alles findet und während langsam vieles bricht, stellt man die großen Fragen nicht.
So zieht die Menge, gleich im Schritt, durch jedes neue „Weiter so“ mit, als wär Gehorsam schon genug,
als wär das Denken Selbstbetrug.
Doch irgendwo, ganz leis’ und klein,
fängt einer an, nicht brav zu sein,
stellt Fragen, zweifelt, schaut genau
und plötzlich wächst daraus ein „Warum?“
Denn wer nur folgt, verliert sich schnell, im lauten Chor, im grellen Hell, doch Menschsein heißt auch aufzusteh’n und nicht nur alles hinzunehm’n.
#Langen