Hi 🫶
ich möchte mal wieder etwas persönliches schreiben.
Es hat sich natürlich sehr viel verändert, seit meinem letzten "mit-teilen".
Wir sind hier in der neuen Wohnung ganz gut angekommen, auch wenn klar ist, dass wir bald weiter müssen. Zum einen ist die Wohnung zu teuer, zum anderen möchten wir gerne noch weiter von Trier weg.
Auch was die Substitution angeht läuft alles super und wir sind wahrscheinlich Ende des Jahres so weit, dass wir das Medikament ganz absetzen können.
Jetzt kommt aber irgendwie schon die nächste Herausforderung, bevor die alte ganz abgeschlossen scheint.
Ende September wurde zufällig ein Schatten auf meiner Lunge entdeckt und im anschließenden CT hat sich der Verdacht bestätigt. In meinem rechten Lungenflügel befindet sich ein Tumor.
Nächste Woche Donnerstag eine Bronchoskopie und ggf. andere Untersuchungen durchgeführt, um raus zu finden, um welche Art von Tumor es sich handelt.
Ich bin ein bisschen orientierungslos und deswegen auch verunsichert. Dieses "nicht wissen" wie es weitergeht, ist schon ein wenig belastend.
Ich habe nicht besonders viel Angst. Zu behaupten, ich hätte keine, wäre vielleicht etwas übertrieben. Aber es hält sich wirklich in Grenzen.
Generell versuche ich weiter fest daran zu glauben, dass es keine größere Sache wird und vor allem das ich alles was kommt auch bewältigen kann.
Ist ja nicht so, als hätte ich noch keine Schwierigkeiten durch gestanden.
Hmmm... da fällt mir auf, ich glaube ich habe kurz bevor der Schatten entdeckt wurde, zu jemandem gesagt, dass es, durch den ganzen Mist den ich so durch gestanden habe, jetzt nicht mehr so viel gibt was mir Angst macht. Dabei hatte ich echt nicht im Kopf, dass da körperliche Erkrankungen in näherer Zukunft überhaupt wahrscheinlich oder möglich wären....
Und da ist vielleicht auch schon der "Grund" zu finden.
Es gibt etwas zu lernen für mich hier, jetzt und in dieser Situation.
Was genau (ich glaube nicht, dass es sich da nur um eine einzige "Lektion" handelt) wird sich wohl noch heraus kristallisieren.
Ich empfinde das Ganze aber jetzt schon als Katalysator... (sagt man das so?)
Es beschleunigt, verdichtet und macht damit irgendwie alles deutlicher.
Bei manchen Dingen ist es fast, als wäre ich immernoch mit geschlossenen Augen durch diese Welt gelaufen.
Es fällt mir leichter mich auf Ideen einzulassen, die zuvor noch auf Wiederstand in mir stießen. Eine gewisse Sicherheit und Vertrauen stellt sich ein, welches ich nicht mal begründen kann.
Andererseits bemerke ich natürlich meine Nervosität und Unsicherheit. Seit 2 Wochen zuckt mein linkes Augenlid immer wieder und es fällt mir teilweise total schwer auch nur die kleinste Entscheidung, z.b. was ich essen möchte, zu treffen.
Ich spreche oder schreibe gerne über die Dinge,die mich beschäftigen. Ich kann sie einfach besser einordnen, verstehen und überhaupt damit umgehen, wenn ich darüber gesprochen habe.
Ich lerne auch so. Ich spreche so lange darüber, erkläre und frage, bis ich es wirklich verstanden habe.
Das finden viele schon bei "normalen" Lerninhalten seltsam und befremdlich.
Jetzt lerne ich gerade mit diesem Tumor umgehen.
Und natürlich möchte ich mich darüber mitteilen.
Aber wie kommt das denn rüber? Darf ich denn einfach so darüber sprechen oder schreiben? Ich meine, die Menschen sind ja dann auch verunsichert, erschüttert, traurig, besorgt... und das möchte ich ja gar nicht.
Ich kann nur irgendwie, wenn mich das doch gerade so beschäftigt, auch nicht so tun, als hätte ich nur Friede, Freude, Eierkuchen im Kopf, oder?
Auch auf die Gefahr hin, dass die Leute mich für bescheuert halten?
Weil ich zu offen bin.
Sowas behält man doch für sich.
Vielleicht wirkt das, als sei ich auf der Suche nach MitLeid(enden)?
Hmmm.... so viel erstmal..
Danke für Deine Aufmerksamkeit ♡