Arbeit gibt es gar nicht.
Wir haben sie uns ausgedacht.
Es heißt, viele indigene Völker hätten überhaupt kein Wort für Arbeit.
Wozu auch: Das Konzept macht für sie schlicht keinen Sinn. Kochen, Handwerk, Ernte – das ist doch Leben!
Und wenn wir nicht mit der gleichen Liebe das Feld bestellen, wie wir abends am Feuer singen – was für ein trauriges Leben führen wir dann?
Arbeit ist der Ausdruck unserer Liebe zu uns selbst und unser Geschenk an die Welt. Produktivität, Schöpferkraft und Kreativität sind spirituelle Qualitäten, die wir in der Natur überall erblicken können.
Nichts ist produktiver und kreativer als die Schöpfung selbst.
Auch wir sind dafür geboren.
Tief in unseren Herzen blüht der Wunsch nach Ausdruck, nach Erforschen und Kreation, es ist unser Wesen. Unsere Seele ist hier um sich auszudrücken, Göttlichkeit sichtbar zu machen, zu spielen, zu erfahren, zu entdecken und kreieren.
Für jeden ist es ein anderes Spiel, dass er nicht Arbeit nennt, sondern Selbstverwirklichung. Denn wir alle kommen mit einzigartigen Talenten, Fähigkeiten, Interessen und Qualitäten auf diese Welt. Wir kommen nicht hierher, um zu konsumieren, sondern um zu schenken. Um die Welt zu bereichern mit unserer Anwesenheit, um unseren schöpferischen Beitrag zu leisten, unsere Note hinzuzufügen zur ewigen Symphonie des Kosmos. Wir sind hier für Spiel, Ausdruck und Freude und tief in unseren Herzen wissen wir das – diese Sehnsucht ist keine Utopie, sie ist der Weckruf aus der Illusion.
Jeder Mensch hat nicht das Recht auf Arbeit, er hat das Recht auf eine Arbeit, die seinem innersten Wesen gerecht wird. Und ja: das fordert auch von uns, nicht zu resignieren in einer grauen Welt, sondern uns auf die Suche zu machen nach dem, was da brennt in unserem Herzen. Auf die Suche nach einem Weg, uns selbst und unsere Liebe zu dieser Welt voll zum Ausdruck zu bringen.
Das Universum wertet übrigens nicht: Ob wir eine Oper schreiben, einen Garten pflegen, kochen, heilen, oder Artikel schreiben – für all das und für jeden von uns gibt es einen Platz in diesem großen Ganzen. Wir sollten nicht vergessen: Der Mensch ist Teil der Natur. Und wenn wir wieder lernen, uns zu erlauben, das zu tun, was unsere Seele sich wünscht, dann wird unsere Welt auf ebenso wundersame Weise vollkommen sein, wie es die Natur schon immer ist. Alles an seinem Platz, in Vollkommenheit und Freude.
~ David Rotter, http://sein.de/
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