Nobody is perfect
Mich begeistern Menschen, die empathisch und beständig sind, verlässlich, reflektiert und klar in ihrem Denken, Fühlen und Handeln...
Aber das ist die Meisterklasse. Viel zu häufig läuft es (noch) anders. Denn nobody is perfect.
Kennst du das?
Betriebe, in denen ständig die Mitarbeiter ausgetauscht werden? Oder Vereine und deren Mitgliederwechsel? Oder gute Projekte, die aber stets neue Leute brauchen?...
Es gibt ein Verhaltensmuster, bei dem Menschen wiederholt neue soziale Kontakte oder Mitarbeiter suchen, weil sie langfristig Meinungsunterschiede, kleinere Störungen, Konflikte oder notwendige Veränderungen in vorhandenen "Be-ziehungen" nicht ausdiskutieren oder bewältigen wollen bzw können.
Die Betroffenen wechseln dann lieber die Personen aus, um sich nicht mit möglichen Problemen auseinandersetzen zu müssen... Ein Verhalten, das oft als "Blame Shifting" oder Verantwortung abschieben oder in Spezialfällen auch als Beziehungsunfähigkeit bezeichnet wird.
Es ist normal, dass im Alltag oder wenn Beziehungen tiefer gehen, Reibungspunkte entstehen können. Am Arbeitsplatz, in Vereinen, bei Projekten... und in der Familie. Und diese Reibungspunkte müssen dann besprochen und im Idealfall ausgeräumt werden.
Manche Menschen "verlieben" sich extrem schnell und oft in neue Partner, Freunde oder Mitarbeiter..., weil sie den Rausch des Neuen mögen. Oder weil es eben Störungen, Konflikte oder Probleme mit den alten gibt. Und "man" nicht Villens oder fähig ist, diese Konfliktherde gemeinsam anzuschauen und sachlich zu lösen. Auch werden Aufmerksamkeit, Bewunderung und Bestätigung in der Regel weniger, wenn eine Beziehung, welche auch immer, dann langfristig besteht und "Alltag" wird. Dann gilt es wieder neue Menschen zu "be-zaubern"...
Die Probleme in den älteren Beziehungen werden meist nicht als Teil einer gemeinsamen Dynamik im normalen (Arbeits)Alltag oder unterschiedlicher Persönlichkeitsentwicklung gesehen, sondern als alleiniger Fehler bzw Fehlverhalten des anderen.
"Man" spricht dann lieber mit anderen (vielleicht sogar mit neuen Bekannten) über das Fehlverhalten des "Störers", als mit dem angeblichen Störer selbst. Man mobbt freundlich Leute aus dem Team oder springt selbst von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz...
So wird dieses unbewusster Verhalten vielleicht zu einem "Weglaufen vor sich selbst". Da die Person nicht nur die "Störung" sondern auch das eigene Verhaltensmuster in die nächste "Be-ziehung" mitnimmt. Es wird ja nur der "Störer" ausgewechselt. Aber nichts verändert. Es wiederholen sich die Probleme, was zu einer Serie von gescheiterten "Be-ziehungen" führt..., so dass immer wieder "schwierige" Mitarbeiter, "eigenwillige" Vereinsmitglieder, "unwillige Partner"... und unpassende Arbeitsplätze ausgetauscht werden (müssen)...
Wie gesagt, nobody is perfect. Wir befinden uns im Zeitalter der Menschwerdung. Und lernen alle noch dazu.