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Die Tochter
des Haselbaums
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Es war ein
früher Frühlingstag,
als der Frost sich gerade
aus den Wiesen zurückzog
und die ersten grünen
Spitzen aus der Erde lugten.
Der Wind trug den Duft von feuchter Erde und
erwachenden Wäldern durch
das kleine Tal.
Am Rand eines alten Dorfes
lebte ein armes Mädchen
namens Eira.
Ihre Kleidung war einfach,
ihre Schuhe waren oft zu
dünn für die kalte Erde,
doch ihre Augen waren klar
wie Morgentau.
Eira hatte nicht viel,
kein großes Haus,
keine reichen Eltern,
keinen Schmuck.
Aber sie hatte etwas anderes:
Sie hörte die Stimmen
des Waldes.
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Jeden Morgen ging sie hinaus
zu einem alten Haselbaum,
der am Rand eines
Baches wuchs.
Seine Äste waren
krumm und alt,
doch im Frühling hingen
daran lange,
goldgrüne Kätzchen,
die im Wind tanzten.
Die Dorfbewohner sagten,
der Baum sei uralt.
Manche flüsterten sogar,
das ein Geist darin wohne.
Eira setzte sich oft
an seinen Stamm und
sprach leise mit ihm.
„Guten Morgen,
alter Freund“,
sagte sie.
„Der Winter war lang.“
Der Wind raschelte
in den Zweigen,
und manchmal schien es,
als würde der Baum antworten.
Eines Morgens,
als die Sonne gerade durch
den Nebel brach,
fiel eine einzelne Haselnuss
vor ihre Füße.
Sie war ungewöhnlich groß
und glänzte wie
poliertes Holz.
Als Eira sie aufhob,
hörte sie plötzlich eine Stimme, weich wie Moos und
alt wie die Erde.
„Kind des Frühlings“,
flüsterte sie.
„Du hast mich über den Winter begleitet.
Du hast gesprochen,
als niemand sonst hörte.“
Eira blickte sich
erschrocken um.
Doch der Wald war still.
„Wer bist du?“,
fragte sie vorsichtig.
„Ich bin der Geist
des Haselbaums“,
antwortete die Stimme.
„Hüter der Weisheit und der verborgenen Wege.“
Die Haselzweige bewegten
sich im Wind,
obwohl die Luft still war.
„Nimm diese Nuss“,
sagte der Geist.
„Sie trägt ein Geschenk.“
Eira nahm sie vorsichtig
in beide Hände.
„Aber ich bin nur ein armes Mädchen“,
sagte sie leise.
Der Baum rauschte sanft.
„Armut misst man nicht in Münzen.
Du besitzt das seltenste Geschenk:
ein Herz, das zuhören kann.“
Als Eira die Nuss öffnete,
lag darin kein Kern,
sondern ein kleiner,
glänzender Samen aus Licht.
In diesem Moment begann
der Wald um sie herum zu flüstern.
Sie hörte die Wurzeln unter
der Erde,
das Wasser im Bach
und die Stimmen der
Vögel im Himmel.
Von diesem Tag an kannten
die Menschen im Dorf sie
als die Hüterin
des Haselbaums.
Wer Rat suchte, kam zu ihr.
Wer Hoffnung verloren hatte, setzte sich mit ihr unter
die Zweige.
Und jedes Frühjahr,
wenn die Haselkätzchen im
Wind tanzten,
flüsterte der alte Baum:
„Die Weisheit wächst nicht in Palästen.
Sie wächst dort, wo ein Mensch still genug ist, die Stimme der Erde zu hören.“
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