Liebe Landsleute,
mein Großvater sagte immer, man könne alt und grau werden, man lernt trotzdem noch immer dazu. Er sagte auch, man solle sich selbst von Dingen ein Bild machen und möglichst vorurteilsfrei auch an Menschen herantreten, dann aber auch genau hinsehen und bei deren Fehlverhalten eigene Schlüsse daraus ziehen.
Und mit dieser Einstellung bin ich gestern bei der der öffentlichen Wahlhkampf-Auftaktveranstaltung der AfD in Hof, die sogar auf "Intervention" eine andere Räumlichkeit nehmen mußte, mit einem Nachbarn gewesen. Nachdem wir uns noch draußen nett mit anderen unterhalten haben, im Raum (wie es hier bei bodenständigen Lokalitäten und überschaubaren Veranstaltungen üblich ist) auf die Tische geklopft und die Anwesenden und den Kandidaten einzeln begrüßt hatten, dann zwei freie Plätze an einem Tisch aufgesucht. Zu mir kamen sogar freundlich andere Anwesende, die genauso interessiert waren, was die AfD und der Kandidat von Hof zu sagen hätte hier im kommunalen Bereich und wir überrascht waren, uns hier zu treffen und nicht z. B. beim Fußballspiel von Bayern Hof oder beim Schlappentag. Mir fiel auf, wie der Kandidat und der Vorsitzende unruhig wurden und im Nebenraum die Köpfe zusammensteckten.
Dann kam die ausländische Bedienung, nahm Bestellungen auf und ich unterhielt mich angeregt mit den Tischnachbarn, mutmaßlich ein Pärchen, das von weiter weg nun in Hof lebt. Plötzlich erschien der ausländische Wirt der ALTDEUTSCHEN BIERSTUBE und sagt mir, es wäre ihm sehr peinlich, er wäre vom Veranstalter aufgefordert worden, sein Hausrecht wahrzunehmen und mich hinauszuwerfen, entschuldigte sich nochmals, er wisse nicht, was er machen solle und bat uns in den nächsten fünf Minuten zu gehen. Die Tischnachbarn waren sichtlich betroffen, mein Nachbar hat sich solidarisch sofort erhoben und ist gegangen. Ich verabschiedete mich noch von einigen Anwesenden und dem netten Pärchen. Der Kandidat saß da wie ein begossener Pudel und sichtlich nervös, dem ich überfreundlich alles Gute mit "dieser Art von Wahlkampf" wünschte. Von den ausländischen Wirtsleuten verabschiedete ich mich, bestellte unsre Getränke ab und teilte mit, demnächst mit einer unpolitischen Runde wieder her zu kommen, wobei man sich nochmals bei mir entschuldigt hat.
Als ich mich vor der Türe anzog, kam meine Tischnachbarin noch dazu, die nicht verstand, wieso unsereiner hinausgeworfen wurde und die keine klare Antwort erhielt. Ich meinte darauf, das hier bei der AfD in Hof anscheinend eher alte CSUler, Altsozis oder ehemalige Mitglieder der SED willkommen seien, als Patrioten, die seit 40 Jahren sich um unser Land sorgen, dafür diffamiert wurden und man wohl Angst hätte, in der gleichen Schublade zu landen, in der man durch den politischen Gegner doch längst sein.
Als kleines Abschlußschmankerl nahm ich noch wahr, wie der örtliche Haupthetzer der linken Gutmenschen, ein Altkommunist, der bei jeder Gelegenheit seinen Senf gegen "Rechts" absondert und der wegen seiner Diffamierungen schon vor Gericht stand, in den Raum ging und nicht mehr herauskam. Das heißt, ein erklärter Feind der AfD, mit Verbindungen in die linke Szene nach Leipzig, wird als Ausspäher bei der Veranstaltung geduldet, nicht aber der Mitbürger, der seine Solidarität nach dem erneuten Angriff auf das örtliche AfD-Büro mit Sachbeschädigung erklärt hat und auf mögliche weitere Angriffe hinweist.
Warum schreibe ich das so ausführlich?
Das selber Erlebte steht symbolhaft für den Zustand in diesem Lande, auch für den Zustand einer Partei, die manche für die einzige Alternative halten. Ich bin vorurteilsfrei in diese Regionalveranstaltung gegangen, war freundlich, wollte mir einen eigenen Eindruck der hiesigen Leute verschaffen. Nachdem ich mit meinem Nachbarn dann noch einen Kurzbesuch bei einer anderen Gaststätte machte, wo man willkommener war, bin ich noch anderswo eingekehrt und habe mich über die örtlichen Kandidaten unserer Gemeinde von CSU und Freie Wähler unterrichtet. Dort bekam ich kein Lokalverbot...