Klaus Holetschek: Viel Blabla auf Liegend-Demo, aber CSU stellt Minimalantrag
Auf der Liegend-Demo der ME/CFS-Erkrankten – besser bekannt geworden durch viele neu hinzugekommene Erkrankungsfälle an Post-Covid- und Post-Vac-Syndrom – am 9.5.2026 am Münchner Stachus wurde der ehemalige Gesundheitsminister in der Corona-Zeit und jetzige Fraktionsvorsitzende der CSU im Bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, als einer begrüßt, der „an unserer Seite steht“.
In seiner Ansprache vor den Betroffenen kam dann – rhetorisch als „wichtig“ verpackt – nur heiße Luft und viel Drumherum-Gerede: „Und ich bin froh, dass es uns gelungen ist, über die Zeit Sensibilität zu schaffen, dass es sich nicht um eine psychische Erkrankung handelt, sondern dass es viel mehr ist, was dahinter steckt. Das ist schon mal wichtig und dazu stehen wir auch und deswegen müssen wir auch in der Politik diese Situation verbessern. Und ich weiß, dass viele von Ihnen sagen, na ja, da steht wieder einer, der erzählt uns viel und was kommt denn dann raus?“ (Original-Audio, liegenddemo.muenchen auf Instagram).
Von anderen Parteien kam auf dieser Demo niemand zu Wort, dabei stellte die CSU im Bayerischen Landtag den minimalsten Antrag, wie ein Vergleich mit den Dringlichkeitsanträgen von AfD und SPD offenbart:
Die CSU forderte in ihrem Dringlichkeitsantrag nur, „dass ME/CFS verbindlich in die Weiterbildungsordnungen der relevanten medizinischen Fachrichtungen aufgenommen wird“ (Drucksache 19/11867). Nur „Weiterbildung, die Fortbildung muss verbessert werden“ sprach Holetschek in seiner Rede vor den Demonstranten auch an.
Dagegen forderte die AfD einen ganzen Katalog: „Aufbau eines bayernweiten Netzes spezialisierter Anlaufstellen und Schwerpunktpraxen für ME/CFS, Long- und Post-Covid, Ausbau telemedizinischer Angebote, stärkere Sensibilisierung und Schulung von Gutachtern, Sozialleistungsträgern sowie Pflegebegutachtern, Verbesserung der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit ME/CFS, Long- und Post-Covid einschließlich schulischer Unterstützungsangebote, Prüfung einer stärkeren Berücksichtigung von ME/CFS, Long- und Post-Covid in Rehabilitations- und Pflegekonzepten, Unterstützung pflegender Angehöriger durch Beratungs- und Entlastungsangebote, Förderung von Forschung zu ME/CFS, Long- und Post-Covid sowie dem PostVac-Syndrom einschließlich möglicher Therapieansätze“ (Drucksache 19/11868).
Auch der SPD-Antrag ging weiter als die CSU: Sicherstellung einer flächendeckenden, wohnortnahen und bedarfsorientierten Versorgung, Vorantreiben von epidemiologischer und biomedizinischer Forschung, Vorantreiben von Forschung an Medikamenten zur ursächlichen Behandlung von ME/CFS, Zugang zu Off-Label-Medikamenten für alle an ME/CFS erkrankten Menschen, Unterstützungs- und Beratungsangebote der Betroffenen und ihrer (pflegenden) Angehörigen, Integration im Medizinstudium, (…) Zugang zu Pflegegrad, Grad der Behinderung (GdB) sowie Erwerbsminderungsrente“ (Drucksache 19/11854).
Bei ca. 100.000 Erkrankten in Bayern lehnte der Landtag mehrheitlich „mehr Forschung“, „flächendeckende Versorgungs- und Behandlungsstruktur“ und „Unterstützung pflegender Angehöriger“ (Bayerische Staatszeitung, 8.5.2026) ab und nahm nur die CSU-Schmalspur an.
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