Fordert Aufklärung zu Hantavirus
Harvard-Forscher: „Wir sehen Ansteckung ohne engen Kontakt“
Es heißt: Um das Hantavirus zu übertragen, braucht es langen und intensiven Kontakt. Doch es gibt Fallgeschichten, in denen eine kurze Begrüßung gereicht hat, wie der Harvard-Professor Joseph Allen berichtet.
Der US-Botschafter Michael Waltz sagte zur Übertragung von Hantaviren in einem Interview:
Es ist sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich, sich durch Husten oder Atmen anzustecken.
„Diese Meldung ist falsch”, sagt dazu Harvard-Professor Joseph Allen dem US-amerikanischen
https://archive.ph/o/mrctk/https://www.youtube.com/watch?v=rO4Xd5PfIo0. „Es ist ganz offensichtlich, dass es Übertragungen gab, die sehr schnell erfolgten und keinen engen Kontakt erforderten.”
Bisher ist immer wieder zu lesen, dass die Infektion von Mensch zu Mensch https://archive.ph/o/mrctk/https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/gefaehrlich-wie-corona-antworten-auf-ihre-hantavirus-fragen_284af650-8cb7-483c-8f32-63a613c8e6cc.html nur über länger andauernden, engen Kontakt möglich sei. So schreibt etwa die US-Seuchenschutzbehörde, die Ansteckungsgefahr beschränke sich „in der Regel auf Personen, die engen Kontakt zu einer erkrankten Person haben." Laut Robert-Koch-Institut (RKI) sei eine Übertragung „vor allem bei engem und längerem Kontakt zu symptomatischen Personen beschrieben”.
Berichte von Superspreader-Event in Argentinien
Allen beruft sich dabei vor allem auf einen gut dokumentierten Ausbruch des Virus, von dem Forscher 2020 im Fachjournal „ https://archive.ph/o/mrctk/https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2009040?” berichteten. Demnach kam es in Argentinien zwischen November 2018 und Februar 2019 zu einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Andes-Typs mit 34 bestätigten Infektionen und elf Todesfällen.
Der Ausbruch geht auf eine einzelne Person zurück, die sich über ein Nagetier infiziert hatte. Obwohl diese Person bereits Symptome wie Fieber zeigte, besuchte sie für etwa 90 Minuten die Veranstaltung mit rund 100 Gästen. Einige Wochen später zeigten fünf Personen, die in der Nähe des Erkrankten gesessen hatten, ebenfalls Symptome.
„Es gibt Berichte, wonach diese Person das Virus auf eine andere übertrug, ohne dass sie physischen Kontakt hatten, sondern sich lediglich im Vorbeigehen grüßten”, sagt Allen. „Das klingt für mich nicht nach längerem engen Kontakt.”
Tatsächlich geht aus der Sitzordnung hervor, dass die infizierten Personen teils an anderen Tischen in mehr als zwei Meter Entfernung saßen und dennoch erkrankten. Allerdings teilten sie darüber hinaus auch gemeinsame Wege und sanitäre Einrichtungen. Ob also wirklich ein Gruß im Vorbeigehen die Infektion bedingt hat, ist unklar. Viele andere Personen, etwa der direkte Tischnachbar, erkrankten dagegen später nicht.
https://archive.ph/mrctk
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