DIE FRAU, DIE NICHT MEHR BLUTET
Wusstest du, dass man in Japan die Menopause „Kōnenki“ nennt?
Das bedeutet sinngemäß: Wandel des Lebens.
Und nicht ... wie bei uns ... „Ende der Fruchtbarkeit“.
In indigenen Kulturen gilt dieser Übergang als heilig.
Nicht als Störung. Nicht als Schrumpfen.
Sondern als Erwachen in eine neue Würde.
Hey Liebes.
Jetzt sag ich dir etwas.
Du hast genug geblutet.
Du hast genug gegeben.
Du hast genug geopfert.
Genug geschwiegen.
Genug getragen ... deinen Schmerz und den der anderen.
Genug versucht, eine gute Tochter, eine gute Ehefrau, eine gute Mutter, eine nützliche Frau zu sein, oder vielleicht auch schon Oma.
Du darfst jetzt aufhören, verfügbar zu sein.
Du darfst dich entflechten aus den Erwartungen der anderen.
Du musst keine Schuld abtragen, die dir nicht gehört.
Du musst nichts mehr erklären. Nichts beweisen.
Nicht mehr geben, nur um gemocht zu werden.
Nicht mehr lächeln, wenn du leer bist.
Aber vielleicht fällt dir das schwer…
Weil du gerade da stehst, wo niemand fragt, wie es dir geht.
Weil du deine Eltern pflegst ... oder gepflegt hast ...
und spürst, wie deren Schmerz schwer in deinen Zellen liegt.
Weil die Trauer über ihren Abschied
den Verlust deines eigenen inneren Kindes weckt,
den du schon so früh
auf überwältigen Art
erfahren hast.
Manchmal…
kommt da wieder dieses kleine Mädchen hoch,
das zu früh Verantwortung getragen hat.
Und jetzt musst du wieder die Starke sein.
Für alle.
Und ja .. das ist retraumatisierend.
Nicht, weil du schwach bist.
Sondern weil dein Nervensystem die Wunden kennt.
Weil du einst zu früh erwachsen sein musstest ...
und niemand hat je gefragt, ob du bereit warst.
Und erinnere dich.. du bist niemandem etwas schuldig !!!
Lass dir nicht einreden, dass du falsch fühlst.
Du trägst als neurodivergenter Mensch,
als Frau mit einer Trauma-Vergangenheit,
eine ganz andere innere Landkarte, wie andere.
Und dein Weg darf langsamer sein.
Erdiger.
Tiefer.
Still.
Vielleicht melancholischer,
vielleicht schwerer.
Du bist nicht schwierig.
Du bist nicht spät dran.
Du bist nicht „zu sensibel“.
Du bist nur gerade dabei, dich selbst zurückzuholen.
Nicht als Mutter.
Nicht als Frau fürs Außen.
Sondern als Seele.
In deinem eigenen Körper.
Vielleicht fühlst du dich in dieser Zeit nicht sinnlich.
Nicht begehrenswert.
Nicht gesehen.
Vielleicht spürst du den Abschied von einer Zeit,
wo dein Körper ein Magnet war ...
und jetzt…
kehrt alles nach innen.
Und das darf weh tun.
Weil dich niemand vorbereitet hat.
Weil es keinen Applaus gibt für diesen Abschied,
der aber genauso wohltuende
Erlösung ist..
Aber Liebes... genau hier liegt deine Magie.
Nicht im Gefallen.
Sondern im Rückzug.
Nicht im ständigen Geben.
Sondern im Stillwerden.
Nicht im Heilen anderer…
sondern in deinem eigenen Sein.
Und vielleicht…
gebierst du jetzt nicht mehr Kinder.
Aber du gebierst Klarheit.
Du gebierst Wahrheit.
Du gebierst dich selbst.
Schlüpfst heraus
aus dem Mantel
deiner Vorfahren..
legst die Schwere,
die Schuld und Scham
entgültig ab.
Du musst nicht mehr allen gefallen.
Du musst nicht mehr „die Gute“ sein.
Du musst nicht mehr stark sein, wenn du müde bist.
Allein deine Präsenz ist das Geschenk.
Und wenn du glaubst, du bist allein in diesem Raum…
Dann erinnere dich:
Da ist eine Alte,
die bei dir sitzt,
auch wenn du sie nicht siehst.
Sie fragt nicht, ob du bereit bist.
Sie fragt nicht, ob du schön bist.
Sie fragt nicht, ob du alles geschafft hast.
Sie sagt nur:
🫳🏻